{"id":991,"date":"2020-01-30T13:25:00","date_gmt":"2020-01-30T12:25:00","guid":{"rendered":"https:\/\/2024c.asv2000.at\/?p=991"},"modified":"2020-01-30T13:25:00","modified_gmt":"2020-01-30T12:25:00","slug":"24-jaenner-2020-24-stunden-burgenland-extrem-oggau-originaldistanz-120-kilometer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/test.asv2000.at\/?p=991","title":{"rendered":"24. J\u00e4nner 2020 \u2013 24 Stunden Burgenland Extrem \u2013 Oggau Originaldistanz 120 Kilometer"},"content":{"rendered":"\n<p>Ein Bericht von Andreas Groihs: 2019 nahm ich die 80&nbsp;Kilometer Strecke in Angriff, Start in Hegyk\u00f6 und 2020 \u2026? So reifte nach den unglaublichen Eindr\u00fccken 2019 der Gedanke weiter und ich entschied mich, das de facto Unm\u00f6gliche zu wagen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>120&nbsp;Kilometer Laufen, wie soll das gehen? In welcher Zeit? Muss die Vorbereitung ge\u00e4ndert werden? Spielt der K\u00f6rper da \u00fcberhaupt mit? Im Winter bei diesen Temperarturen? -&gt;&nbsp;<strong>Fragen \u00fcber Fragen!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Vorbereitung: Verlief bis Weihnachten nach Plan, doch dann bekam ich einen grippalen Infekt = Mist: Pause einlegen, gerade jetzt. Einen Monat vor dem Start. Ruhig bleiben, die vorherigen Umf\u00e4nge verliefen ja zum Gl\u00fcck nach Plan. So passte ich die Trainingsumf\u00e4nge zwangsweise an, die Verk\u00fchlung verschwand aber nicht zur G\u00e4nze. Einem Start stand aber, aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden, dennoch nichts im Wege.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>24.&nbsp;J\u00e4nner&nbsp;2020: Der Start um 4:30&nbsp;Uhr morgens ist, gelinde gesagt, nicht sehr angenehm. Es ist finster, kalt, der Wind weht \u2026 aber man will es ja so.<\/strong>&nbsp;F\u00fcr diese Jahreszeit meinte es das Wetter tats\u00e4chlich gut mit uns. Es hatte nur drei Grad unter Null und es ging sehr wenig Wind, Hochnebel. So sollte es dann ganzen Tag bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Laut Veranstalter traten in Oggau rund 2000 Starter an. Wirklich beeindruckend zu sehen ist die Lichterkette der vielen Stirnlampen und Blinklichter auf und entlang der Strecke.&nbsp;<strong>F\u00fcr circa 2 \u00bd&nbsp;Stunden bleibt die Dunkelheit unser Begleiter<\/strong>&nbsp;und der Weg f\u00fchrt \u00fcber Rust und M\u00f6rbisch nach Ungarn. Dabei auch viele H\u00f6henmeter, teilweise Steigungen 8&nbsp;Prozent bis 11&nbsp;Prozent, den Rhythmus finden nur schwer m\u00f6glich. Die&nbsp;<strong>Waldst\u00fccke in Ungarn sind bei Dunkelheit sehr imposant.<\/strong>&nbsp;Auf Grund der langen Distanz nehme ich mir vor, bei allen Verpflegungsstellen zumindest meine Trinkvorr\u00e4te aufzuf\u00fcllen: Meine erste Zwischenetappe ist in Balf (circa Kilometer&nbsp;27), dann folgt Hegyk\u00f6 (circa Kilometer&nbsp; 34 \u2013 Startort voriges Jahr).<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den 395&nbsp;Gesamth\u00f6henmeter ist zu sagen, dass diese zu zwei Drittel auf den ersten 21&nbsp;Kilometern in Ungarn zur\u00fcckgelegt werden. Bis km&nbsp;70 konstant flach, danach nur leicht steigend bis ins Ziel.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Hegyk\u00f6 folgen die letzten Waldpassagen, dann die ersten,&nbsp;<strong>schier endlos scheinenden Streckenabschnitte. Man sollte echt vermeiden, den Blick zu weit nach vorne zu richten.<\/strong>&nbsp;Motivation sieht anders aus :-). Bis Illmitz (Kilometer&nbsp;60) bot sich niemand zum Mitlaufen an. Erst dann schlie\u00dfe ich mich mit einem \u201eOriginaldistanz-Leidensgenossen\u201c zusammen, wir passen unser Tempo an und liefen unser n\u00e4chstes, gro\u00dfes Zwischenziel ist Podersdorf (Kilometer&nbsp;72) an. Schon mehrmals stellen wir uns bis dahin die Frage, wie das so noch weiter gehen soll? Und fit waren wir beide schon nicht mehr;&nbsp;<strong>oder spielt der Kopf uns schon einen Streich?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Trinkvorr\u00e4te aufgef\u00fcllt, mental gest\u00e4rkt \u00fcberwinden wir unsere k\u00f6rperlichen Erm\u00fcdungserscheinungen und setzten uns weiter in Richtung Weiden mit dem n\u00e4chsten Ziel, Labestation Neusiedl (Kilometer&nbsp;83), in Bewegung.&nbsp;<strong>Also einen Sch\u00f6nheitspreis f\u00fcr einen \u201egeschmeidigen Laufstil\u201c gewinnen wir beide jetzt sicher nicht mehr :-).<\/strong>&nbsp;So laufen wir gesamt rund 25&nbsp;Kilometer, motivieren uns gegenseitig. In Neusiedl angekommen f\u00fchre ich einen Gewandwechsel und Handschuhwechsel durch (kurzes und langes Leiberl). Beide waren mittlerweile nach 83&nbsp;Kilometer sehr feucht. Ich will nicht noch mehr ausk\u00fchlen auf den letzten knapp 40&nbsp;Kilometer. Mein Laufpartner kehrt in Neusiedl l\u00e4nger ein und ich entschied mich daher von nun an wieder meine Reise alleine fortzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>N\u00e4chste und letzte Labestation ist in Purbach (Kilometer&nbsp;97). \u00dcber Jois und Winden gilt es diese 15 Kilometer zu bew\u00e4ltigen. Die Kilometerzeiten pendeln nun um 6:45 beziehungsweise 7:00. Zum Gl\u00fcck sind jetzt wieder mehr Wanderer auf der Strecke, denn die Motivation f\u00e4llt nun doch deutlich schwer. Au\u00dferdem f\u00e4llt sch\u00f6n langsam die Dunkelheit wieder ein. Stirnlampe mit R\u00fccklicht aufgesetzt und die letzten 15&nbsp;Kilometer in Angriff nehmen. Kurzer k\u00f6rperlicher\/mentaler check noch, soweit wie m\u00f6glich. Es zwickt zwar da und dort aber: Es geht weiter \u2013 das Grande Finale ist da!&nbsp;<strong>Sp\u00e4testens jetzt ist jeder mit sich selbst besch\u00e4ftigt.<\/strong>&nbsp;Im Lichtkegel der Lauflampe geht es dem Start\/Ziel in Oggau entgegen, entlang der Bundesstra\u00dfe, wieder elendslang. Aber, die beleuchtet Kirche in Oggau sieht man bereits, noch circa drei Kilometer \u2013 irgendwie unglaublich. Ich bin tats\u00e4chlich gleich da!<\/p>\n\n\n\n<p>Laufend passiere ich die Ortstafel Oggau. Dann beginne ich einfach nur noch zu gehen und realisiere: Gehen gen\u00fcgt jetzt, es ist kein Laufen mehr notwendig, es kann Dir nichts mehr passieren!&nbsp;<strong>Du hast es geschafft!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nach gut 13 Stunden und aufgezeichneten 110 Kilometer<\/strong>&nbsp;bin ich wieder am Ausgangspunkt angekommen. Die F\u00fc\u00dfe schmerzen. Keine Kr\u00e4mpfe, der K\u00f6rper und Geist ist etwas m\u00fcde, der Puls nach wie vor unter Kontrolle =&nbsp;<strong>alles in Ordnung, Du bist fit und gesund!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gerade auf Grund der Herausforderungen im letzten Jahr, f\u00fchle ich mich umso mehr vom eingeschlagenen Weg sowie meiner Meinung best\u00e4tigt. Ver\u00e4nderungen zulassen, aber nicht vergessen, sich selbst immer treu bleiben.&nbsp;<strong>&nbsp;Ich DANKE ALLEN, die das mit mir teilen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin froh, solch einen Bewerb machen zu d\u00fcrfen und zu k\u00f6nnen \u2013 es ist nicht selbstverst\u00e4ndlich. Daher w\u00fcnsche ich es Jedem, diese unglaubliche Reise selbst zu machen und erleben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Es ist nicht unm\u00f6glich. Zum Gl\u00fcck auch nicht allt\u00e4glich.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Wir gratulieren Andreas zu dieser au\u00dferordentlichen k\u00f6rperlichen und mentalen Leistung!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/asv2000.at\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/LAUF_24StundenBurgenlandExtrem_1_2020.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-994\"\/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Bericht von Andreas Groihs: 2019 nahm ich die 80&nbsp;Kilometer Strecke in Angriff, Start in Hegyk\u00f6 und 2020 \u2026? 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